Das Antriebskonzept der DS-Baureihe


Auf dieser Seite soll das Antriebskonzept der DS-Baureihe behandelt werden. Vielerorts ist im Zusammenhang mit dem Antrieb der DIEMA-Loks die Bezeichnung "Kardanantrieb" zu hören, jedoch halte ich diesen Begriff für verwirrend. Erst die größeren Bauarten ab der DS 30/1 haben auch tatsächlich "klassische" Kardanwellen mit Kreuzgelenken eingebaut (s. Bild 6).

Es handelt sich allgemein um einen Kegelradachsantrieb mit Bogenzahnkupplung, welche in gewissen Grenzen eine Bewegung des Radsatzes erlaubt. Dieser Antrieb besitzt erhebliche Vorteile gegenüber dem konventionellen Kettenantrieb. Durch die ausgereifte Bauweise und durch seine Zuverlässigkeit bekamen die DS-Typen schnell einen sehr guten Ruf, der sich in hohen Verkaufszahlen wiederspiegelte.

Der Kegelradachsantrieb

Vorteile des Kegelradachsantriebs gegenüber dem Kettenantrieb

Beschreibung

Die Elemente des Kegelradachsantriebs sind die Antriebswelle, die Treibachse und die beiden Kegelzahnräder. Die Antriebswelle ist über eine so genannte Bogenzahnkupplung mit dem Getriebe verbunden. Die Welle ist mit einer balligen Außenverzahnung ausgerüstet, die in eine längere Innenverzahnung vom Getriebe greift. Dadurch ergibt sich eine gewisse Bewegungsfreiheit zwischen Getriebe und Treibachse (s. Bild 2). Die Kraftübertragung auf die Treibachse erfolgt mittels zweier im rechten Winkel angeordneter Kegelzahnräder. Die Zahnräder laufen in einem geschlossenem Gussgehäuse im Ölbad und sind damit gegen das Eindringen von Schmutz geschützt. Der Radsatz ist über Federpakete mit dem Rahmen verbunden. Zusammen mit der Bogenzahnkupplung ergibt sich daraus eine Dreipunktlagerung, die große Sicherheit gegen Entgleisungen bietet.

Die kleineren DS-Typen (DS 12, 14, 16 und 20) hatten anfangs nur eine Antriebswelle. Die hintere Treibachse war fest im Getriebegehäuse untergebracht und somit ungefedert! (s. Bild 4). Mit der Einführung der neuen DS-Getriebe wurden nun auch bei den kleinen Loks zwei Antriebswellen (zu jedem Radsatz eine) eingebaut. Das brachte einerseits den Vorteil der zusätzlichen Federung der Hinterachse, andererseits konnten die Antriebswellen viel kürzer gebaut werden. Die größeren Loks (DS 22, 24, 28 etc.) hatten schon immer Getriebe mit zwei Achswellen.

Getriebe

Das ebenfalls staubdicht gekapselte Getriebe verfügt bei den kleineren DS-Typen über drei Gänge (Ausnahme DS 11 und 14/2). Jeder dieser drei Gänge verfügt jeweils über ein Lamellenkupplungspaket der Firma Ortlinghaus. Durch Bewegen des Getriebeschalthebels in eine der Endstellungen wird das Lamellenpaket zusammengepresst und die Verbindung zwischen Motor und Getriebe hergestellt. Dadurch werden alle Probleme mit Kupplungspedalen etc. elegant umgangen. Die Bedienung der Maschine ist dadurch sehr einfach.

Bei den frühen DS-Typen die bis 1957 gebaut wurden, hatte das Getriebe noch eine größere Bauform und die Gänge wurden über ein waagerecht liegendes Handrad geschaltet.

Bild 1: Technische Zeichnung des Achsantriebs der DS-
Baureihe. Von unten kommt die Antriebswelle vom Getriebe
und greift über ein Kegelzahnrad in das Zahnrad der
Treibachse ein. Die Zahnräder sind in einem Gehäuse
staubdicht untergebracht. Man erkennt ganz unten an der
Antriebswelle die Bogenzahnkupplung.
Bild 2: Die Bogenzahnkupplung hier nochmal im Detail.
Die Welle verfügt über eine ballige Außenverzahnung
und greift in eine längere Innenverzahnung vom Getriebe
her ein. Dadurch ist die Welle in gewissen Grenzen in
verschiedene Richtungen beweglich

Bild 3: Kegelradachsantrieb der Typen DS 14 bis DS 28 ab
1957. Das Getriebe sitzt mittig, zwei Antriebswellen führen
zu den Achsantrieben. Gut sind die Blattfederpakete zu
erkennen. 

Bild 4: Die Typen DS 12 bis DS 20 hatten vor 1957 nur eine
Antriebswelle. Die hintere Achse war starr mit dem Getriebe
verbunden und ungefedert. Die Räder lassen sich leicht vom Konus
abbauen. 



Bild 5: Schema des Antriebskonzepts der DS 14 bis DS 28 ab 1957. Hier sieht man
sehr gut, wie Motor, Getriebe und Achsantrieb miteinander verbunden sind. Der
linke Hebel stellt die Fahrtrichtung ein, der rechte die drei Gänge.

Bild 6: Schema des Antriebskonzepts der DS 60/1 mit Kardangelenkwellen
und Hydraulikgetriebe.

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© Dieter Resinger